Ordentlich Feuer machen!

Ein Feuer muss sorgfältig vorbereitet werden!

Lagerfeuer 04 Xenia Schaad

Bild 1: Ein klassisches Grubenfeuer – gut als Koch und Wärmefeuer, oder um Dein Feuer optisch etwas besser zu tarnen!

Ein ordentliches Feuer bedarf einer gewissen Vorbereitung.

Um ein Feuer vorzubereiten, solltest Du einige Materialien sammeln.

Die Grundlage und eigentlich das Wichtigste ist selbstverständlich eine Möglichkeit ein Feuer zu entzünden. Du musst also die notwendigen Hilfsmittel bei Dir tragen wie z.B. ein Feuerzeug, Streichhölzer oder Feuerstarter oder eine entsprechende Survivaltechnik kennen, um z.B. mithilfe von Reibungshitze, Sonnenstrahlung oder Chemikalien ein Feuer zu entzünden. Denk daran, es muss Dir im Ernstfall unter allen Umständen gelingen ein Feuer zu machen.

>>> Lerne auch Feuerbohren!

Du solltest außerdem wissen, wie man eine Feuerstelle richtig anlegt und sie vor den Einflüssen der Witterung schützen kann.

Es ist üblich, lohnenswert und bei Feuchtigkeit des Bodens oder bei Schnee sogar besonders wichtig, das Feuer auf einer Unterlage aus trockenen Hölzern zu entfachen.

Ein Grubenfeuer (vgl. Bild 1) hat verschiedene Vorzüge. Die Hitzestrahlung wird gebündelt nach oben gelenkt, sodass dieses Feuer sich hervorragend zum Kochen eignet und jede Mahlzeit in Sekunden erwärmt.

Je nach Tiefe der Grube kannst Du Dein Feuer damit sogar in erheblichem Maße optisch tarnen. Das ist z.B. bei Gefahr sinnvoll und kann lebensrettend sein, wo vielleicht ein Wärmefeuer unversichtbar, aber gleichzeitig brandgefährlich ist.

Ein Windschutz aus Steinen (vgl. Bild 2), Erde oder Holzstämmen eignen sich auch sehr gut, um ein Feuer ein- bzw. abzugrenzen. Steine bieten einen wichtigen Windschutz und können ringsum beliebig hoch geschichtet werden. Flache Steine können in die Glut gelegt werden und so als Koch- oder Backfläche dienen.

 

Steinkreis und Lagerfeuer Windschutz

Bild 2: Ein einfacher Kreis aus Steinen fungiert als Windschutz und verhindert eine ungewollte Ausbreitung des Feuers bei starker Trockenheit zuverlässig!

Die Brennmaterialien

Zundermaterial stellt die Grundzutat für Dein Lagerfeuer dar und sollte immer in ausreichender Menge vorhanden sein bzw. gesammelt werden. Am besten bevorratest Du immer genügend Zunder für ein weiteres Feuer. Die Aufbewahrung sollte trocken und ggf. wasserdicht erfolgen. Sammele zu jeder Gelegenheit  geeignete Zundermaterialien ein.

 

 Ein sehr gutes Zundermaterial ist Birkenrinde! Diese ist zudem in nördlichen Breiten bestens verfügbar und kann so leicht unterwegs mit eingesammelt werden.

Am besten schauest Du Dir dieses Video zu Birkenrinde an!

Im Video ist auch zu sehen, wie ein Feuer vorbereitet werden kann.

Es gibt zahllose weitere Materialien, die sich als Zunder eignen.

Einige davon sind:

  • trockene  Gräser (am besten gegeneinanderreiben und damit die Oberflächenstruktur aufrauen)
  • Kiefernadeln und Kiefernharz
  • Zunderpilz bzw. Zunderschwamm
  • getrockneter Tierdung

Nach Möglichkeit und Vorhandensein auch:

  • Stoffreste
  • Benzin
  • Öl
  • Alkohol/ Spiritus
  • Parfüm, Deo
  • Nagellack/ Nagellackentferner
  • Zigarretenfilter

Anzündmaterial und Brennholz

Wenn Du genug Zunder beisammen hast, solltest Du noch genug Anzündmaterial und vor allem Brennholz vorbereiten.

Anzündmaterial dient zum Anfeuern, nachdem der Zunder bereits entzündet wurde. Gemeint sind damit Materialien wie Stroh, Reisig, Holzspäne, Schnitzreste, Papier (z.B. Zeitung), Stofffetzen usw., die dem Feuer ermöglichen rasch zu wachsen. Auf der Grundlage des brennenden Anzündmaterials wird der Reihe nach erst dünnes, dann dickeres Brennholz hinzugegeben.

Die Grenzen zwischen Zunder und Anzündmaterial sind dabei manchmal fließend. Birkenrinde, Stroh und viele andere können in großen Mengen beschafft werden und entsprechend großzügig genutzt werden.

Brennholz? Davon kann man nicht genug haben!

Hier eine pragmatische Faustregel zum Abschätzen der tatsächlich erforderlichen Menge Brennholz:

Wenn Du glaubst, dass Du genug gesammelt hast, sammele noch 4 bis 5 mal so viel!

Damit bist Du in der Regel auf der sicheren Seite. Sonst geht noch zur falschen Zeit Dein Feuer aus, nur weil Du zu wenig Holz vorbereitet hast. Je nach Witterung und Jahrezeit, verfügbaren Hilfsmittel usw. kann das schnell lebensgefährlich werden. Auch im nächtlichen Dunkel nach geeignetem Feuerholz zu suchen, birgt diverse Gefahren. Je nach Terrain und Wetter herrscht z.B. eventuell eine erhöhte Sturzgefahr oder man könnte sich verirren. Beides kann allein in der Wildnis zu einer Tragödie auswachsen.

Holz ist nicht gleich Holz!

Es hat erheblichen Einfluss auf die Qualitäten Deines Lagerfeuers, welches Holz Du verbrennst.

Achte bei Deinem Brennholz auf folgende allgemeine Punkte:

a. Das Brennholz sollte möglichst trocken sein.

b. Hartholz brennt länger und ergibt eine lang anhaltende Glut. –> Gut geeignet für Wärme- und Kochfeuer!

c. Nadelhölzer brennen meist auch gut, wenn sie feucht sind (dank hohem Harzgehalt)

Dein Lagerfeuer kannst Du nun in folgender Reihenfolge entzünden:

  1. Zundermaterial entzünden
  2. Brennendes Material mit dem Anzündmaterial zusammenbringen
  3. Trockenen Reisig dazu geben (darauf achten, dass die Luftzufuhr nicht abgeschnitten wird, damit das Feuer nicht erstickt.)
  4. Stapele sodann weitere dickere Äste darüber. Gehe dabei so vor, dass Du das Brennholz von dünn nach dick hinzugibst.

 

Je besser Du Dich um die Vorbereitung des Feuers kümmerst,

umso besser kümmert sich das Feuer anschließend um Dich.

Wenn Du Dein Feuer wie beschrieben anlegst, kann eigentlich nichts mehr schief gehen. Vorausgesetzt, das Wetter spielt auch weiterhin mit!

Einige TIPPs zum Lagerfeuer bei Nässe: 

Was tun, wenn ein Wolkenbruch Dein Feuer bedroht? Dasselbe, was Du für Dich tun würdest – Eine überdachte Stelle aufsuchen oder errichten, welche Dir die Feuchtigkeit vom Leibe hält.

Die Feuerstelle überdachen:

Bei Regen hilft Dir und Deinem Feuer letztlich nur ein Dach. Vielleicht hast Du bereits ein Dach aus Holz, Rinde, Blättern und ähnlichem hergestellt, oder eines mithilfe einer wasserdichten Plane und etwas Schnur improvisiert, bevor der Regen kam? Dann kannst Du jetzt von den Früchten Deines Trainings und der Vorbereitung kosten. Egal, wie Du letztlich Dein Dach baust, achte darauf, dass es selbst auch hoch genug über dem Feuer ist, um nicht abzubrennen. Viele unterschätzen die tatsächliche Stärke des Lagerfeuers, vor allem was die nach oben abgestrahlte Hitze anbelangt.

Für den Fall das Dir bei Nässe oder feuchter Witterung das Brennholz auszugehen droht:

Brennholz trocknen, Improvisierter Trockenstand am Lagerfeuer mit Steinen

Bild 3: Trocknung von feuchtem Brennholz am Lagerfeuer auf behelfmäßig arrangierten Steinen

Ansonsten kann man das Holz in der Nähe des Lagerfeuers ( ggf. auf einer Reihe von Steinen o.ä., wenn es noch sehr nass ist oder es weiterregnet) in einer Weise auftürmen, dass genug Luft dazwischen bleibt. Orientiere Dich dabei z.B. an der Form eines Grillrostes. Lege also eine Reihe Hölzer parallel zueinander hin und eine Reihe quer darüber, sodass ein Gitter entsteht. Stapele so Reihe für Reihe. So aufgebautes Holz trocknet ziemlich schnell und schimmelt nicht. Der so entstehende Turm kann bedarfsweise ab und zu gewendet werden, um eine gleichmäßige und rasche Trocknung zu beschleunigen. Eine weitere Methode ist es, das Brennholz pyramidal um das Feuer herum anzuordnen, so entsteht ein Kamineffekt, der nicht nur dem Feuer zu Gute kommt, sondern auch das Holz rasch trocknet.

Kamineffekt, Trocknung auch feuchter Hölzer am Feuer

Bild 4: In der Praxis zählt nicht, dass es schön aussieht, sondern dass es funktioniert! Hier trocknen einige feuchte Hölzer pyramidal um die Glut herum und fangen bereits Feuer!

 

Alternativen zum Trocknen des Feuerholzes gibt es viele. Eine Letzte, die ich hier aufzeigen möchte, weil sie so einfach zu improvisieren ist, ist die Ablage des Holzes an einem Baum! Hierfür brauchst Du keine komplizierteren Aufbauten oder Ähnliches, somit ist die Methode in Notlagen sehr geeignet und besonders effizient – siehe folgende Abbildung.

holz trocknen an einem Baum

Bild 5: Trocknung von Feuerholz an einem Baum. Einfach an einer geeigneten Astgabel auflegen und abwarten!

 

 

*Letzte Aktualisierung am 21.01.2020 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API Haftungsausschluss: Die Preise werden autmatisch durch Amazon aktualisiert, wir können daher keine Gewähr für die Aktualität der einzelnen Preise übernehmen.

Speichere in deinen Favoriten diesen permalink.