Vegan-Survival: Schnüre, Kleidung & mehr aus Pflanzenfasern!

Vegan-Survival: Seile, Kleidung & mehr aus Pflanzenfasern!

Vegan-Survival: Schnüre, Kleidung & mehr aus Pflanzenfasern!

Pflanzenfasern lassen sich vielseitig gewinnen und hervorragend verarbeiten. Welche Pflanzen in den gemäßigten Klimazonen gut geeignet sind und was man daraus machen könnte, stelle ich Dir in diesem Artikel vor!

Eine häufige Frage, die mir begegnete und die ich mir früher auch selber stellte, ist:

„Gibt es Alternativen zum altbewährten Leder, um sich in Survivalsituationen zum Beispiel wärmende Kleidung und Ausrüstung zu fertigen?“

Die Antwort ist klar: „ Ja, und davon auch noch jede Menge!“

Man kann sich tatsächlich warme Kleidung herstellen, ohne jemandem die Haut abzuziehen! Das ging schon vor Jahrtausenden und war auch sicher viel logischer einfacher als die heutigen Maßstäbe der Massentierhaltung zur Lederproduktion zu erzwingen, die unserem Planeten so schrecklich viel Leid zufügen.

Welche Pflanzenfasern kommen zur Fertigung von Kleidung in Frage?

Es gibt beispielsweise die Naturfasern, die aus Samenpflanzen wie der „Baumwolle“ hergestellt werden können. Diese wird bekanntlich in größtem Maßstab vielfältig verwendet und besitzt hervorragende Eigenschaften. Doch in Survivalsituationen haben wir meist keine Möglichkeit an diese Pflanze heranzukommen, zumal die Verarbeitung auch einiges an Geschick erfordert und relativ kompliziert ist. Doch es gibt viele andere, die uns gleichermaßen dienlich und einfacher zu handhaben sind!

Tipps für baumwollähnliche Pflanzenfasern:

  • Rohrkolben
  • Wollgräser (siehe auch den Artikel „Überlebenstraining im Moor“)
  • Pappeln („Pappelflaum“ – wurde schon vor vielen Jahrhunderten zur Herstellung von Naturfasern verwendet.)

Es gibt noch viele andere, doch ist es in den meisten denkbaren Szenarien nicht sinnvoll oder machbar die Fasern zu wirklich gutem Material weiter zu verarbeiten.

Viel einfacher geht das alles mit den sogenannten Bastfasern, die ebenfalls sehr wertvolle Eigenschaften besitzen. Bast ist übrigens ein Teil der verholzten Rinde von diversen Pflanzen und wurde schon vor Jahrtausenden zur Herstellung unterschiedlicher Dinge herangezogen. Bastfasern sind in der Regel sehr strapazierfähig und reißfest. Manche verfügen über besondere weitere Eigenschaften und sind z.B. brandhemmend oder schnelltrocknend. Lein, Flachs oder Kenaf sind Beispiele für altbewährte Bastfaser-Lieferanten. Bastfasern können unkompliziert weiterverarbeitet werden und sind einfacher in größeren Mengen zu beschaffen. Daher möchte ich mich im Weiteren Verlauf dieses Textes auf Bastfasern konzentrieren.

In Survivalsituationen braucht man schnell und gut verfügbares Material!

Welche Pflanzen können Dir in Survivalsituationen in den gemäßigten Klimazonen der nördlichen Hemisphäre weiterhelfen, um Naturfasern für unterschiedliche Zwecke zu gewinnen?

Quellen von sehr guten Bastfasern sind u.a.:

  • Linden
  • Eichen
  • Buchen
  • Brennnessel [z.B. die Fasernessel (Variante der Großen Brennnessel); auch häufig industriell genutzt ist: Chinagras bzw. Ramie(Boehmeria nivea)]
  • Hanf [einfach in jeder Hinsicht eine Superpflanze! Daraus kann man so ziemlich alles machen!]
  • Hopfen
  • Weiden (z.B. Korbweide)

Am besten schaust Du Dir gleich das folgende Video an, darin erfährst Du mehr über Bastfasern!

Was kann man aus den genannten Bastfasern machen?

Im Folgenden ein paar Beispiele für die Möglichkeiten zur Weiterverarbeitung gewonnener Bastfasern in Survivalsituationen:

  • Schnur/ Bindematerial (Am einfachsten lassen sich die genannten Fasern als Schnüre einsetzen. Einfach so benutzen oder erst verdrillen bzw. flechten (erhöht die Reißfestigkeit und maximale Traglast). Damit kannst Du alles befestigen, festbinden oder stabilisieren! Manche Bastfasern sind so stark, dass Du damit problemlos ein Floß oder eine Blockhütte befestigen kannst!

geflochtene Schnur aus Buchenbast!

  • Kleidung (Jacken, Mäntel, Hemden, Shirts, Schuhe etc.)
  • Ausrüstung (in Verbindung mit Stöcken usw., lassen sich vom Rucksack bis zum Hackebeil alles herstellen, was Du Dir vorstellen kannst!)
  • Körbe (Funktionieren alle nach einem Ähnlichem Prinzip, man muss nur einmal den entsprechenden Dreh raus haben! Nicht ganz im Thema, aber auch möglich: Köcher & Fisch-Reusen – wird im Prinzip genauso gemacht!)
  • Matten (geflochten ergeben Bastfasern (…aber auch lange und breite Blätter wie vom z.B. vom Schilfrohr) praktische Matten zum Sitzen oder Liegen. Letzteres auch in Form von geflochtenen bzw. geknüpften Hängematten)
  • Hüte (Wenn die Sonne einem den Schädel gart, muss ein Hut her! Vom schnellen Kopfschutz bis hin zum ansehnlichen Sommerhut ist alles möglich. Beispielsweise in Südamerika oder im fernen Osten ist dies auch heute noch eine überaus verbreitete Praktik aus Pflanzenfasern Hüte zu machen.)
  • Schuhe (Nicht schön, aber selten! Wer nichts mehr an den Füßen hat, sollte sich einen Schuh durch Wickeln und Knoten von Bastfasern herstellen. Als Fußschutz und Einlege-Sohle können Holzbrettchen oder Rindenstücke helfen!)
  • Netze (Einfach in gewünschter Maschenweite knüpfen. Damit kannst Du Tarnnetze fertigen, Lasten aufhängen bzw. heben (z.B. auch mithilfe eines Flaschenzugs) oder zur Not Fallen aufstellen und Fischen gehen!)
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