Überleben im Iglu – Schutz vor Schnee und Eis

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EveryDayCarry-Survival: Theorie und Konzeption professioneller Survival-Kits!
  • Seiters, Niclas (Autor)
  • 136 Seiten - 03.02.2020 (Veröffentlichungsdatum) - BoD – Books on Demand (Herausgeber)

Ein Iglu bietet optimalen Schutz vor Kälte und Wind!

Ein Iglu stellt eine der zuverlässigsten Möglichkeiten dar, sich in arktischen Landschaften oder bei extremen Schneefällen im Winter, aber auch in alpinen Regionen vor der Eiseskälte und dem Wind zu schützen. Gleichzeitig lässt es sich in einem Iglu recht komfortabel hausen. Wichtige Voraussetzungen für den Bau eines Iglus sind zum einen natürlich eine ausreichende Menge Schnee, der fest genug ist, um ihn zu bearbeiten und konstant niedrige Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. Der Schnee ist perfekt, wenn er Dein Gewicht tragen kann, ohne dass Du zu arg einsinkst. Sind die Voraussetzungen gegeben, kann der Schnee am besten mit einem geeigneten Werkzeug bearbeitet werden. In der Praxis haben sich Spaten, Macheten, Sägen und Messer bewährt. Notfalls kann auch mit einem Grabstock, Holzspaten, einem Stein oder ähnlichem bzw. mit den Händen (in Handschuhen) gearbeitet werden, was allerdings nicht so formschöne Ergebnisse garantiert.

Wie geht man beim Bau eines Iglus vor, damit es dicht ist und einen zuverlässigen Witterungsschutz bildet?

Was gilt es beim Leben im Iglu zu beachten (z.B. Ordnung, Hygiene usw.)?

Wie kann man ein Iglu beheizen?

Im Folgenden alles der Reihe nach…

Fundament anlegen

Das folgende Iglu-Modell wird nach der Kreismethode gebaut. Nimm Dir einen Stock und binde ein ca. 2 m langes Seil daran fest. Am anderen Ende des Seils befestigst Du noch einen Stock. Stecke einen Stock in den Schnee und zeichne wie mit einem Zirkel einen Kreis. Der Nämliche sollte für 1-2 Personen ruhig 4 m Durchmesser haben. Plane von der Höhe her, mindestens 1,5 m ein. Trete den Schnee in diesem Bereich ordentlich fest. Im Inneren sollte neben einem Schlafplatz und einer „Feuerstelle“ auch ein Platz für Ausrüstung und Werkzeug vorhanden sein. Denke auch daran einen Eingang einzuplanen. Entweder lässt Du ein Loch in der Wand frei oder gräbst einen Tunnel ins Innere des Iglus. Ein oberirdischer Eingang muss verschlossen werden, um Wärme im Iglu zu halten. Dafür genügt ein Schräg angelehnter Eis oder Schneeblock. Unterirdische Eingänge können überdacht werden, um zu verhindern, dass er durch Schneefall verschlossen wird

Der Bau kann beginnen

Wollen wir zunächst davon ausgehen, dass Du gut vorbereitet bist und ein vernünftiges Schneidwerkzeug hast. Du kannst nun beginnen Schneeblöcke auszuschneiden bzw. zu sägen. Diese Blöcke sollten ruhig 20-40 cm Dicke und Höhe haben und werden anschließend aufsteigend entlang der Kreislinie platziert.

Die Schneeblöcke sollten außerdem so platziert werden, dass beim Aufschichten eine Kuppelform entstehen kann. Dafür legst Du die erste Reihe der Blöcke in Form einer Spirale und schneidest die Oberseiten der Blöcke entsprechend so ab, dass eine leichte Neigung nach innen entsteht. Das ist wichtig, damit entstehendes Schmelzwasser nicht von der Decke tropfen wird, sondern an der Kuppel entlang ablaufen kann. Wenn möglich, schaffe eine Mulde entlang der Kuppelwände, in der sich Schmelzwasser sammeln kann. Du kannst die Blöcke noch bei der Arbeit entsprechend zuschneiden. Lücken müssen auch mit Schnee zugestopft und fest verschlossen werden. Der Schlussstein muss ziemlich genau passen und dient der Stabilität des Iglus. Glätte die Innenwände so gut es geht und bringe eventuell abgetragenen Schnee nach draußen.

Iglu

zum vergrößern klicken!

noch etwas zum Eingang

Der Eingang sollte vorzugsweise unterirdisch verlaufen (siehe Skizze), was hilft die Wärme im Iglu zu halten und Dich vor Wind zu schützen. So ein tiefer gelegener Eingang verhindert das Austreten warmer Luft aus dem Innern und schafft eine Kaltluftzone, sodass dieser Bereich optimal auch zur Lagerung von Nahrung (Fleisch, Fisch, Obst, Gemüse) geeignet ist. Von außen kannst Du vor dem Eingang ein Dach aus einer oder mehreren rechteckigen Schneeblöcken machen. Alternativ kannst Du auch ein Astgeflecht über die Öffnung des Eingangs legen und es mit Schnee abdichten. Achte darauf, dass der Eingang niemals vollständig eingeschneit werden kann oder dass Deine Abdeckung festfriert. Lasse Dir also immer eine Möglichkeit um im Bedarfsfall die Tür wieder öffnen zu können. Ein stählerner Spaten oder eine starker Ast können da helfen.

Schlussstein und Bellüftung

Wenn die Öffnung für den Schlussstein klein genug ist (Durchmesser bis maximal 15 cm), kann diese als Rauchabzug bestehen bleiben. Füge ein zweites Loch im oberen Bereich der Kuppel hinzu, das der Belüftung der Behausung dient. Es sollte einen Durchmesser von 5-10 cm nicht überschreiten. Notfalls kann auch ein zweites Belüftungsloch gebohrt werden. Die Öffnungen müssen immer frei bleiben! Einer muss entsprechend regelmäßig einen Stock oder ähnliches hindurchschieben.

Zusätzliche Wärmequelle

Neben Deiner Körperwärme, die das Iglu bereits um einige Grad Celsius erwärmen kann, wirst Du eventuell eine zusätzliche Wärmequelle nutzen wollen. Vielleicht willst Du auch im Innern des Iglus Nahrung zubereiten oder Wasser zum kochen bringen wollen. Was Du nun brauchst ist Feuer! Am besten errichtest Du es erhöht und in der Mitte des Iglus. Du kannst das Feuer in einem aufgehängten Gefäß entzünden oder ein Fundament aus Holzbalken auslegen, auf dem Du einen Stein platzierst, um darauf ein kleines Holzfeuer zu entfachen. Auf jeden Fall solltest Du vermeiden, dass Dein Feuer versehentlich durch Schmelzwasser des Bodens gelöscht werden könnte. Zur Not könntest Du auch Knochen als Brennstoff nutzen. In der Tat erzeugt bereits eine größere Kerze schon sehr viel Wärme.

Alternativ und wenn die Witterungsverhältnisse es zulassen, kannst Du Dein Feuer auch nach draußen verlegen.

Durch das Anschmelzen und Wiedervereisen der Innenwände, isoliert das Iglu zunehmend besser, sodass die Wärmeeffizienz gesteigert wird.

Allgemeine Tipps zum Verhalten im Iglu

  1. lagere Deine Ausrüstung immer im Innern des Iglus. Eventuell musst Du Dich befreien können, dafür brauchst Du z.B. Deine Schaufel oder anderes Gerät!
  2. bevorrate immer genug Brennstoff und Nahrungsmittel für alle Fälle. Gehe regelmäßig neues Material beschaffen, bevor die Vorräte zur Neige gehen könnten.
    Sind mehrere Personen anwesend, solltet ihr immer mindestens zu zweit losgehen. Das beugt der Gefahr des Verirrens oder anderer Komplikationen wie Unfälle, Angriffen durch wilde Raubtiere usw. vor.
  3. Kennzeichne den Eingang immer deutlich genug, um ihn auch im Schneegestöber leicht finden zu können (besonders bei unterirdischen Eingängen!) In der eisigen Kälte Nordsibieriens sein Iglu nicht wiederzufinden, kann einen schneller umbringen als man “Scheiße, wo ist mein Iglu?!” rufen kann.
  4. Trage keinen losen Schnee ins Iglu, Kleidung und Schuhe abklopfen usw.
  5. Defäkiere, also kacke, im Iglu und bring Deine Fäkalien zusammen mit anderen Abfällen nach draußen. Das reduziert den Verlust von Körperwärme. Je nach Außentemperatur und Witerung (z.B. Schneesturm) ist das ohnehin nicht mehr viel anders möglich. Bei Temperaturen, die es erlauben draußen eine Latrine zu betreiben, ist diese aus sozialen und psychologischen Gründen sicherlich vorzuziehen! Besonders in einer Gruppe ist der gemeinsame Stuhlgang eine nervliche Belastung für alle!

Jeder braucht etwas zu tun!

Wenn Du allein oder mit Anderen ein größeres Iglu oder eine andere Art von Schneehaus bewohnen willst, solltest Du dafür sorgen, dass alle wichtigen Aufgaben bekannt sind. Ferner sollten alle Anwesenden feste Aufgaben zugeteilt bekommen. Damit sind alle Abläufe ständig gut geregelt und es fehlt wahrscheinlich nie an wichtigen Hilfsmitteln oder Ressourcen. Ist man allein, sollte man sich trotzdem einen festen tagesplan vornehmen und die Aufgaben auf die Dauer des Aufenthalts vorplanen. Das alles erleichtert das langfristige und eventuell doch recht eingeschränkte Dasein in einer solchen Unterkunft in Mitten der kargen weißen Einöde.

 

*Letzte Aktualisierung am 8.08.2020 um 23:56 Uhr / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API Haftungsausschluss: Die Preise werden autmatisch durch Amazon aktualisiert, wir können daher keine Gewähr für die vollständige Aktualität der einzelnen Preise übernehmen.