Survival-Food Ameisen – ein saures Vergnügen

Ameisen sind tatsächlich essbar!

Ameise auf Blatt

Ameisen beißen zwar fürchterlich und können ziemlich sauer schmecken, doch sie sind zahlreich vorhanden, überall auf der Welt zu finden und nahrhaft! Was will man mehr? Außerdem können die Eier und Puppen der meisten Ameisen ohne weiteres gegessen werden.  

Man kann einen Ameisenbau einfach öffnen und ein paar Krabbler einzeln naschen oder einen Stock hineinstecken. Die Tierchen werden den Stock angreifen und auf ihn hinauf krabbeln. Man kann die Tiere dann mit dem Mund von diesem Stock abnehmen bzw. essen. Ansonsten kannst Du das mit den Fingern machen, tausend Bisse inklusive, was bei manchen Arten besonders „reizvoll“ ist. Das gleiche Verfahren kannst Du übrigens auch, und das ganz ohne schmerzliche Bisse, bei Termiten anwenden! Diesen Trick habe ich übrigens schon als Kind gelernt, als ich einen Schimpansen beobachtet habe, der gerade Ameisen naschte =).

Viele Ameisen setzen „Ameisensäure“ zur Verteidigung ein, die mitunter für den säuerlichen Geschmack dieser Tierchen verantwortlich sein mag. Manche Arten setzen Alkaloide und diverse giftige Substanzen zur Gefahrenabwehr ein. Verstärkt wird die Verteidigungswirkung z.B. durch Histamine.

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Ameisen sind faszinierend und überaus intelligent

Damit Du etwas über Deine Survival-Nahrung staunen kannst, möchte ich noch etwas mehr über diese Tiere erzählen.

Wie so oft in der Natur, muss man nur richtig hinsehen, um das Wunder zu erkennen. Ameisen sind überaus interessante Lebewesen.

Sie sind weltweit mit über 13.000 Arten vertreten. Diese Tiere bilden gut organisierte Staaten mit klarem Herrschafts- bzw. Kastensystem und Aufgabenbereichen von der Brutpflege über die Verteidigung bis zur Nahrungsbeschaffung.  Die Lebensweisen von Ameisen sind höchst unterschiedlich und interessant.

Ameise transportiert toten Kollegen

Eine Ameise transportiert eine verstorbene andere Ameise.

Symbiotische Ameisen

Es gibt Arten, die in Symbiose mit Pflanzensaftsaugenden Insekten, wie Blattläusen. Diese werden von den Ameisen gemolken und im Gegenzug beschützt und umsorgt. Die Ameisen züchten die Pflanzensauger regelrecht indem sie diese auf von ihnen bevorzugte Pflanzen aussetzen, sie sich dort vermehren lassen und eine zu groß gewordene Zucht erneut umsiedeln. Forscher beobachteten buchstäbliche Ressourcen-Kriege zwischen Ameisenstaaten, bei denen um die Herrschaft über Läuseherden gekämpft wurde.

Weitere interessante Lebensweisen von Ameisen

Es gibt auch sogenannte Ernteameisen, die von Getreidekörnern leben und diese oft massenweise in ihren Bauten einlagern. Auch interessant ist, dass manche Ameisenarten auf den Verzehr von sogenannten Elaiosomen (Ölkörperchen = fettreiche Anhängsel von Pflanzensamen) spezialisiert sind. Die Ameisen sichern sich beim forttragen der Samen ihre eigene Nahrungsquelle, während sie der jeweiligen pflanze bei der Verbreitung helfen. Ebenso gibt es „kleptoparasitäre“ Ameisenarten, welche über unterirdische Gänge in die Bauten anderer Tierchen eindringen, ihre Nachkommen stehlen und schließlich verzehren. Außerdem sind auch Pilzzüchtende Ameisenarten bekannt. Selten sind Ameisen Allesfresser. Dies trifft hauptsächlich auf räuberisch lebende Arten zu.

5 interessante Fakten über Ameisen

  1. Die größte gefundene Ameisenkolonie mit einer Länge von mindestens 5760 km ist in Südeuropa entdeckt worden und erstreckt sich möglicherweise sogar über Teile Asiens und Nordamerikas und wird von der Argentinischen Ameise (Linepithema humile)
  2. Bei der Vermessung eines Nestes von Blattschneiderameisen, ergab eine Tiefe von 8 Metern. Das Nest erstreckte sich über 50 m². Dabei hoben Sie mehrere Tonnen Erde aus dem Boden, legten mehrere tausend Kammern an und brachten wiederum mehrere Tonnen Blattschnitte in das Nest ein.
  3. In Sibirien überwintert eine bestimmte Ameisenart bei -40°C in einer Kältestarre.
  4. Wüstenameisen laufen bis zu einem Meter pro Sekunde schnell und zählen zu den schnellsten Insekten.
  5. Die Kiefer der Schnappkieferameise schnappt mit einer Kraft zu, die dem 300-fachen des Körpergewichtes der Ameise entspricht, was ihre Fressfeinde, sowie die Ameise selbst, wegkatapultieren kann.

 

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