Survivalwissen Extrem: Horrorszenario Flugzeugabsturz überleben!

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Ein Flugzeugabsturz ist eine absolute Extremsituation.

Fliegende Blechbüchsen...

Schon häufiger erreichten mich Anfragen zum Thema Flugzeugabstürze und wie man sich diesbezüglich verhalten könnte. Klar, jeder möchte das Beste aus so einer insgesamt schrecklichen Situation machen und sich richtig darauf vorbereiten. Wer viel mit dem Flugzeug reist, ob beruflich oder privat, der hat sicher schon einmal mit dem Gedanken gespielt “was wäre wenn…”.

Immer wieder ist das Thema auch in den Medien aktuell, z.B. erinnert sich bestimmt noch jemand daran, dass am 10. März 2019 die äthiopische Maschine (Ethiopian Airlines Flug 302) unter mysteriösen Umständen abgestürzt ist. So etwas ist zwar im Vergleich zur Masse der Flüge, die sicher starten und landen, selten, doch es passiert eben.

Im folgenden Beitrag möchte ich Euch ein paar Antworten auf die meistgestellten Fragen anbieten, die mich in den letzten Monaten erreichten.

Wortklaubereien

Ich möchte aber zunächst einmal das Wort „Flugzeugabsturz“ für diesen Artikel näher definieren. Es gibt mehrere Arten von Absturzszenarien, die es zu unterscheiden lohnt. Da haben wir die Situation, dass ein bemanntes Flugzeug außerhalb normaler Landestrecken und Flughäfen in natürlichem Gelände notlanden bzw. „notwassern“ muss.  Je nach gegebener Flugfähigkeit der Maschine kann eine Notlandung sehr kontrolliert erfolgen oder aber extrem gefährlich und schwer durchzuführen sein. Letzteres ist z.B. bei starker Beschädigung der Maschine oder bei (Bruch-)Landungen in schwierigem Terrain der Fall. Dabei ist in der Regel  auch mit schweren Schäden am Flugzeug bzw. Verletzungen und Toten zu rechnen. In allen genannten Fällen kann man von einer Notlandung sprechen.

Ein Flugzuegabsturz meint demnach das richtige Herunterstürzen des Flugzeugs mit unkontrollierbarem Flugverhalten und Höhenverlust bis zum Aufprall im Gelände. Die Chance ein solches Unterfangen zu überleben ist äußerst gering einzuschätzen. Dennoch gibt es wenige Fälle wo Menschen so ein Szenario überlebten.

Außerdem spielen noch Ausbildung und Fähigkeiten der Piloten bzw. des Bordpersonals eine entscheidende Rolle beim Meistern der jeweiligen Situation.

Statistiken zeigen eine geringe Unfallrate

Glücklicherweise sind richtiggehende Abstürze oder Notlandungen bzw. Notwasserungen von Flugzeugen in Wirklichkeit ziemlich selten.

Es gibt allerdings zahlreiche Ursachen für Unfälle im Flugverkehr, auch ohne direkte Abstürze. Neben technischen Versagen und allen voran menschlichen Fehlern, werden Flugzeuge natürlich auch gelegentlich abgeschossen (z.B. beim Überfliegen von Kriegsgebieten – siehe Malaysia Airlines Flug 17, Ukraine 2014). Sehr häufig stürzen Maschinen ab, die nicht ordnungsgemäß repariert oder gewartet wurden.

Desweiteren könnten Terroranschläge als mögliche Gefahr in Erwägung gezogen werden. Die meisten Unfälle mit Flugzeugen ereignen sich aber tatsächlich nicht in der Luft, sondern noch in der Nähe des Flughafens, z.B. auf der Rollbahn beim Starten oder Landen und in der Regel mit überschaubaren Folgen für die Passagiere.

Bei den Szenarien, die von den meisten Menschen gefürchtet werden, handelt es sich meist um:

  1. Totalzerstörung der Maschine durch einen unkontrollierten Absturz oder durch eine Explosion in der Luft. (sofortiger oder unmittelbarer Tod aller Insassen inbegriffen)
  2. Das Flugzeug ist aufgrund technischen Versagens nur noch eingeschränkt flugfähig und muss notgelandet werden. Dies kann wie gesagt kontrolliert oder sehr stürmisch geschehen. Dabei ist nicht vorhersagbar, wo man landen wird oder mit welchen Folgen dabei zu rechnen ist.

Auf diese beiden Szenarien, speziell das Zweite, möchte ich mich im Folgenden beziehen. Typisch ist, dass abgestürzte Flugzeuge zunächst als vermisst gelten und anschließend gesucht werden. Je nach Absturzstelle kann dies eine ganze Weile dauern. Unsere Aufgabe wäre dann also den nötigen Zeitraum bis zu unserer Rettung zu überbrücken. Das erfordert neben unendlich viel Glück natürlich fundiertes Survivalwissen.

Was kannst Du effektiv tun, um Dich auf einen Ernstfall vorzubereiten, egal, ob im glimpflichen Fall z.B. bei einer Notlandung  oder einer Notwasserung mit relativ glücklichem Ausgang oder inmitten des Horrorszenarios einer rabiaten Bruchlandung?

Welche Schritte sind präventiv anzuraten um sich bestmöglich abzusichern?

Wie kann man ganz konkret mit den beiden oben beschriebenen Varianten einer Katastrophe umgehen?

Was hat wann Priorität und warum?

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Frage 1: Kann man einen Flugzeugabsturz überleben?

Die Wahrscheinlichkeit einen Absturz/ eine Notlandung zu überleben obliegt, wie gesagt, verschiedenen Faktoren und ist allgemein nicht vorhersagbar. Dennoch muss man die Frage mit „ja“ beantworten, da es einige Beispiele dafür gibt, wo Insassen selbst große Katastrophen überlebten. Erfahrungsgemäß und den offiziellen Statistiken nach, ist die Wahrscheinlichkeit einen tatsächlichen Absturz zu überleben dennoch verhältnismäßig sehr gering. Wer sich die Einzelfälle einmal ansieht, der entdeckt allerdings zahlreiche Fehlerquellen, allen voran vermeidbare, welche die jeweiligen Situationen noch extrem verschlimmert haben. Wenn gleich mehrere fatale Elemente zusammentreffen, kann die Katastrophe ungleich schlimmere Dimensionen annehmen, wenn die Involvierten nicht über das notwendige Survivalwissen verfügen.

Sehen wir uns das einmal an einem Beispiel an, dass wirklich tragische Ausmaße erreichte und Jahre später sogar verfilmt wurde…

Berühmtes Fallbeispiel – Japan Air Line Flug 123 (1985)

Auf einem Flug innerhalb Japans vom Flughafen Tokio-Haneda nach Osaka-Itami verlor das Flugzeug auf einer Höhe von 7300 m bei einer „Explosion“ sein Seitenleitwerk. Dabei wurde auch das hydraulische Steuerungskontrollsystem zerstört. Infolgedessen konnten die Piloten das Flugzeug nicht mehr richtig steuern bzw. unter Kontrolle halten. Die Piloten stellten Kontakt zur Yokota Air Base her, auf der sie notlanden wollten, was allerdings nicht gelang. Nach Tokio zurückzukehren war ebenfalls nicht mehr möglich. Nach mehreren Manövrierversuchen und Steig- und Sinkflügen schlug die Maschine letztlich auf einem Gebirgskamm des „Takamagahara“ Berges in 1460 m Höhe auf und zerschellte. Die Piloten hatten hier richtig gehandelt, waren allerdings machtlos, da die Technik total versagte.

Extreme Fehler bei den Rettungsmaßnahmen

Die Yokota Air Base schickte sofort nach dem Verlust des Flugzeuges auf dem Radar eine C-130 Hercules (großes Transportflugzeug) los, um die Unfallstelle zu finden. Dies gelang nach nur 20 Minuten, woraufhin die Yokota Air Base sofort die Rettung einleitete. Es wurde noch bei Tageslicht ein Hubschrauber losgeschickt, von dem aus Marines abgeseilt werden sollten, um die Unfallstelle zu sichern, Überlebende, Verletzte und Tote zu bergen und weitere Hilfsmaßnahmen durchzuführen.

Wenn Retter nicht retten dürfen…

Die Verantwortlichen auf japanischer Seite wiederstrebten diesem Vorhaben allerdings und wollten die Rettung selbst und im Alleingang durchführen. Da diese den Helfern der USAF verwehrten, sie zur Unfallstelle zu führen, mussten die Japaner nun selbst suchen. So brach die JSDF (Japanese Self-Defense Forces) mit einem Hubschrauber auf. Es dauerte bis in die Nacht hinein, bis sie die Unfallstelle fanden. Trotz schlechter Sicht und der fehlenden Möglichkeit für den Hubschrauber im dortigen Terrain sicher zu landen, verkündeten die Piloten, dass an der Unfallstelle kein Zeichen von Überlebenden auszumachen sei. Ein schlimmer Irrtum. Aufgrund der Aussage der JSDF Hubschrauber-Piloten ließ man die Rettungskräfte in einem 68 km weit entfernten Dorf zunächst übernachten, woraufhin die ersten „Retter“ erst am nächsten Morgen dort eintrafen. In der Zwischenzeit waren bereits zahlreiche Menschen an Verletzungen und an Unterkühlung gestorben. Insgesamt verloren 520 Menschen Ihr Leben. Dennoch: 4 Passagiere aus den hinteren Reihen des Flugzeugs überlebten die Katastrophe bis zum Schluss!

Die Lehre daraus

Dieses Fallbeispiel zeigt eindrücklich, wie Flugzeugabstürze ablaufen können und welche weiteren Faktoren auf den Ausgang des Szenarios Einfluss nehmen können. Außerdem belegt der Fall, dass ein Flugzeugabsturz, selbst in denkbar extremster Form, überlebt werden kann. Wie man auch gesehen hat, braucht man nicht zwingend davon auszugehen, dass man nach einem Absturz zeitnah gefunden und geborgen wird. Daher sollte man bereits vor einer Flugreise entsprechend vorsorgen und wichtige Hilfsmittel inklusive diverser Erste-Hilfe-Ausrüstung bei sich tragen. Die Überlebenden des Japan Airline Flugs 123 hätten sicherlich bessere Chancen gehabt, wenn sie über diverse Hilfsmittel, z.B. zum Feuer machen und wärmende Kleidung,Rettungsdecken oder medizinische Ausrüstung verfügt hätten.

Es gibt viele Objekte, die trotz “Anti-Terror- und Sicherheitsrichtlinien” mit im Handgepäck in ein Flugzeug eingebracht werden können. Hierzu gehören beispielsweise auch Feuerstarter, Verbandszeug, Medikamente, Rettungsdecken oder Nahrungsmittel. Im sonstigen Gepäck kannst Du fast alles transportieren, im Notfall könnte die Ausrüstung aus Deinem Hauptgepäck, sofern sie nach einer Landung noch aufgefunden werden kann, ebenfalls lebensrettend sein.

Bei einem richtigen Flugzeugabsturz gibt es kaum etwas, das man währenddessen aktiv tun könnte, um sich zu schützen. Das ist das bedrückendste an diesem Szenario. Du kannst allerdings versuchen, die Folgen eines möglichen Aufpralls etwas zu mildern, dafür kannst Du Dich an den weiter unten aufgeführten Richtlinien orientieren.

Flugzeug

Was soll ich tun, wenn mein Flugzeug notlanden/ notwassern muss?

Hier eine Reihe von Möglichkeiten, selbst aktiv zu werden, wenn Dein Flugzeug notlanden/ notwassern muss:

Grundlegend ist:

Folge den Anweisungen des Bordpersonals und der Piloten!

Diese Leute sind in der Regel für verschiedene Notsituationen gut ausgebildet.

Gegebenenfalls kannst Du, je nachdem wie Deine eigene Verfassung ist, das Personal dabei unterstützen andere Passagiere und Deine Sitznachbarn zu beruhigen bis das Flugzeug irgendwo gelandet ist. In Flugzeugen stehen Sauerstoffmasken und Schwimmwesten zur Verfügung, die bei einem Notfall automatisch bereitgestellt werden.

Vergiss dabei nicht, dass für alle beteiligten Menschen eine Notlandung oder gar ein Absturzszenario eine Extremsituation darstellt!

Allgemein sind folgende Handlungen zum Schutz vor Verletzungen empfehlenswert:

  • Ziehe Deinen Sicherheitsgurt ordentlich fest.
  • Hake Dich bei Sitznachbarn an den Armen (gegenseitiges Ankern bei Erschütterungen) ein. Ohne Sitznachbar, suche halt an anderen Objekten wie den Lehnen Deines Sitzes.
  • Ist genug Platz im Fußraum, versuche das Gleiche mit Deinen Beinen zu machen.
  • Schnappe Dir zusammengerollte Kleidung, eine Decke oder ein Kissen, beuge Dich darüber und lege Dir vor dem Aufprall die Arme um den Kopf (Beine weiterhin eingehakt). Gegen umherfliegende Gegenstände, Körper und um Stoßschäden an sich zu vermeiden, sind Polsterungen eine sinnvolle Sache.
  • Eltern/ Kinder: Der im Allgemeinen genutzte “Loop-Belt” ist alles andere als sicher, wenn es um ernsthafte Turbulenzen und Notlandungen geht. Bei dieser recht pirmitiven Vorrichtung können schwerste bis tödliche Verletzungen selbst bei glimpflichen Situationen die Folge sein. Sicherer ist eine Babyschale, die für Flugzeuge zugelassen ist. Für ältere Kinder bis 6 Jahren empfiehlt sich ein entsprechender Kindersitz, z.B. so einer, oder auch ein zusätzlicher Sicherheitsgurt. In der Regel geben Flugunternehmen genauere Auskunft über passende Modelle. Alternativ könntet ihr eure Kinder mit einem langen Schale o.ä. mit einem X vor der Brust an den Sitz binden. Kein Sitz, kein Gurt, kein Schal vorhanden, werden Eltern vermutlich sowieso das Kind zu sich auf den Schoß nehmen. Solche Tragetaschen eignen sich gut, um Babys und Kinder an Euch zu “befestigen”. Stützt den Nacken des Kindes, indem ihr die Nackenstütze der Tragevorrichtung nutzt und zusätzlich die “Sonnenschutzkapuze” schließt. Umklammert Euch nach Möglichkeit gegenseitig, wobei Ihr ein Kissen oder zusammengerollte Kleidung zwischen Eure Köpfe klemmen solltet, um ein eventuelles aneinanderschlagen beim Aufsetzen des Flugzeugs oder bei stärkeren Turbulenzen zu vermeiden bzw. abzumildern. 
  • CONDOR schreibt hierzu: “Der Kindersitz muss eine der folgenden Zertifizierungen haben:
    • …von einer Behörde eines EU-Mitgliedstaates, der FAA (Luftfahrtbehörde der USA) oder Transport Kanada (auf der Grundlage einer national technischen Norm) für die ausschließliche Verwendung in Luftfahrtzeugen.
    • UN-Norm ECE R 44, -03 oder einer neueren Version für die Verwendung in Kraftfahrtzeugen.
    • kanadische CMVSS 213/213.1 für die Verwendung in Luftfahrt- und Kraftfahrtzeugen.
    • US-amerikanische Norm FMVSS Nr. 213 für die Verwendung in Kraft- oder Luftfahrtzeugen, die am oder nach dem 26. Februar 1985 gemäß der Norm hergestellt worden sind. Diese Kindersitze müssen mit einem der folgenden Aufkleber versehen sein:
      1) “THIS CHILD RESTRAINT SYSTEM CONFORMS TO ALL APPLICABLE FEDERAL MOTOR VEHICLES SAFETY STANDARDS” oder
      2) “THIS RESTRAINT IS CERTIFIED FOR USE IN MOTOR VEHICLES AND AIRCRAFT”
    • Prinzipiell gilt: Auf TÜV-Zertifikat “for use in aircraft” achten!!!
  • Am besten hast Du immer einen guten Draht nach „ganz oben”!

Was kann ich nach der Landung bzw. dem Absturz tun?

Erst einmal wirst Du vermutlich wie alle Überlebenden unter Schock stehen. Zudem sind an Land erst einmal mindestens zwei Kategorien von Szenarien zu unterscheiden.

Szenario 1:

Die Landung verlief relativ glimpflich, die Maschine konnte den Umständen entsprechend sicher gelandet werden.

Ist die Landung gut ausgegangen und Du hast überlebt, kannst Du ziemlich schnell zum Jubeln übergehen. Verlasse dann den Anweisungen des Personals nach die Flugkabine. An Land musst Du zunächst einmal das Flugzeug oder Wrack räumen und Dich davon weit genug entfernen. Es könnten giftige Gase oder Treibstoff austreten und letztlich Feuer bzw. eine Explosion auslösen. Warte also, bis die Luft rein ist. Das heißt, warte bis die Motoren abgekühlt sind und ausgetretener Treibstoff verdampft ist, ehe Du eventuell zur Maschine zurückkehrst, um beispielsweise Wertsachen oder Ausrüstung zu bergen. Selbstverständlich sollte niemand in der Nähe des Flugzeugs triumphierend eine Zigarre entzünden, um sein Überleben zu feiern! Rauchen ist auch hier potentiell tödlich. Oft ist Rettung währenddessen auch schon unterwegs.

Bei extremer Witterung (Schneefall, stürmische Winde, kühle Temperaturen, Regen usw.), hilf ggf. dabei, zuerst für Verletzte, Alte, Kinder, Mütter mit Babys usw., Schutzbauten einzurichten. Notfalls kann auch das Flugzeug selbst als Schutzraum fungieren, wenn keine Gefahr mehr besteht. Harre dort aus bis die Rettung eintrifft und hilf z.B. die anderen Menschen zu versorgen und zu beruhigen. Dein Survivalwissen kann hier das Leben vieler Menschen retten.

Szenario 2:

Das Flugzeug ist nahezu vollkommen zerstört, es gibt viele Verletzte und Tote, alle stehen unter Schock und die Situation ist katastrophal.

Wie kann man mit diesen Szenarien umgehen?

Eventuell bietet sich Dir also kein so geordneter Schauplatz wie im ersten Szenario,  sondern eine Szene der Verwüstung. Vielleicht bist Du und sind andere verletzt oder es gibt zahlreiche Tote, deren Leichen und Einzelteile mit Sicherheit keinen freudigen oder hoffnungsschürenden Anblick mehr vermitteln. Der Schock sitzt Dir dann buchstäblich im Leib. So eine Situation ist unermesslich extrem und kann höchstens entfernt erahnt werden.

Es liegen uns hierzu auch wenige Schilderungen von Überlebenden und Rettungskräften vor. Diese können einen unschätzbaren Wert entfalten, da sie die Wirklichkeit dokumentieren und Rückschlüsse zulassen. Ein kleiner Trost für alle, die sich auf so etwas wenigstens mental einstellen wollen. Wir müssen uns dennoch in dieser Hinsicht mehr oder weniger mit fiktiven Situationen behelfen.

Ob und wie nach einer Notlandung oder einem Absturz tatsächlich weiter gehandelt werden kann, hängt von vielen unkalkulierbaren Faktoren ab. Außerdem kann man nicht nur mit großen Flugzeugen, sondern auch mit kleinen Maschinen, Helikoptern, Ballons oder mit Fallschirmen abstürzen. Im Grunde gelten für das Verhalten im Fluggerät, beim Abstürzen oder Notlanden und am Unglücksort dennoch immer ähnliche grundsätzliche Regeln.

Im Ernstfall helfen folgende Tipps weiter:

  • Erste Orientierung gewinnen:

Was ist passiert?! Schaue Dich um! Was kannst Du sehen? Was hörst Du? Wie fühlst Du Dich? Kannst Du Feuer wahrnehmen? Brennt es irgendwo oder tritt Treibstoff aus dem Wrack aus? Wenn ja, musst Du die Maschine so schnell es geht verlassen.

Im Schock bemerkt man übrigens schwerere Verletzungen nicht unbedingt sofort, also checke auch Deinen eigenen Zustand. Sofern Du nicht selbst schwer verletzt bist, kannst Du noch effektiv handeln. So solltest Du versuchen Dich etwas zu beruhigen (Du bist vielleicht die einzige Rettung der Überlebenden) und einen Überblick über die Situation zu gewinnen. Das ist sicherlich nicht einfach, sondern eine ernste Aufgabe. Als Leitfaden für die nächsten Schritte können die Überlebensprioritäten helfen. Vielleicht beherrschst Du entsprechende Entspannungstechniken oder hast Meditationserfahrung, sodass Du relativ schnell Dein Bio-System wieder in ein funktionales also der Situation angemessenes Gleichgewicht zurückführen kannst.

  • Übernimm Verantwortung für Dich, Andere und die Situation:

Hilf Anderen dabei dem Wrack zu entkommen. Befreie Leute aus ihren Sitzen, hilf beim gehen, trage Verletzte aus der Gefahrenzone usw.

Bringe Dich und eventuelle Verletzte weit genug weg, um z.B. eine Gefahr durch Feuer, Rauch oder explodieren des Treibstoffs auszuschließen. Tote und Lebende sollten räumlich getrennt werden. So können alle Überlebenden besser beruhigt werden.

  • Schutz:

Fast an jedem Ort der Welt, vor allem zur Nachtzeit, bedarf es Menschen eines Schutzes vor der Witterung. Insbesondere Verletzte (zeigen oft diverse Schockzustände) kühlen sehr schnell aus. Je nach Gegebenheiten könnten sie auch Sonnenbrände erleiden und brauchen dringend Schutz. Stabilisiere daher Verletzte so gut es geht. Errichte Schutzbauten aus allem, was Du finden kannst (Steine, Stöcke, Wrackteile etc.) oder grabe Gruben bzw. verwende dicke Bäume, Gräben, Höhlen und Felsspalten als natürliche Unterschlupfe. Selbst ein drüftiger Witterungsschutz ist besser als keiner!

  • Orientierung ausweiten:

Wo bist Du? Wie ist das Terrain? Ist es sicher und vorteilhaft dort zu bleiben, oder stellt die Umgebung an sich eine Gefahr für das Überleben dar? Wie ist die Witterung? Gibt es Baumaterial? Kann ein Feuer entfacht werden? Gibt es Wasser? Und auch sehr wichtig: Was ist von dem Flugzeug übrig geblieben? Gibt es noch brauchbares Material? Vielleicht sogar Erste-Hilfe-Sets, Kleidung, Decken und Werkzeuge wie Messer usw.?

Durchsuche nach Möglichkeit die Überreste des Wracks nach brauchbarem Material (erst wenn die Luft rein ist!).

ACHTUNG: Gehe immer sicher, dass vom Wrack keine Gefahr mehr ausgeht und achte auch auf eventuell austretende giftige Gase (Geruch)!

  • Bleibe bestenfalls am Ort des Unfalls:

Es ist fast immer besser am Unglücksort bzw. in dessen Nähe zu bleiben. Dort werden die Rettungskräfte Dich am ehesten finden. Außerdem sind die Wrackteile aus der Luft wesentlich besser zu identifizieren als einzelne Menschen. Verlasse deshalb niemals alleine das Gelände, besonders nachts kann dies ein tödlicher Fehler sein. Pflege eine enge Kommunikationskultur mit den anderen Überlebenden. Gehe zur Ressourcenbeschaffung, oder um einen sicheren Lagerplatz zu finden, immer mindestens mit einem Partner los. Generell solltest Du nur dann Weiterziehen, wenn es zu gefährlich wäre, dort zu bleiben.

Markiere, egal wohin Du willst, möglichst Deine Wegstrecke, um leichter zurückzufinden (vor allem in Wäldern). Nutze natürliche Orientierungsmethoden wie z.B. einen Schattenkompass, um Dich zu orientieren.

  • Kommunikation und Signalgebung:

Ist die Situation grundsätzlich in geordnete Bahnen gelenkt, kannst Du versuchen Kontakt zu möglichen Rettungsteams herzustellen. Vielleicht existiert noch ein funktionstüchtiges Mobiltelefon. Dann checke den Empfang und rufe Hilfe. Vielleicht gibt es an Bord des Flugzeugs noch brauchbares Equipment wie ein Handy, Funkgerät oder gar ein Sattelitentelefon.

  • Hilf den Helfern bei der Suche!

Damit Rettungskräfte Dich noch schneller finden, kannst Du ein oder mehrere Signalfeuer in sicherer Entfernung anlegen. Zudem kannst Du auch große, aus der Luft sichtbare Zeichen auslegen. Zum Legen von Zeichen eignen sich farbige Tücher und Kleidungsstücke perfekt. Zur Not auch helle Steine und Baumstämme, Wrackteile usw..

Wasser wird schnell überlebenswichtig, nicht nur zum Trinken, sondern auch zur Versorgung der Verletzten. Sowohl für Wasser als auch für Nahrung sollten Suchtrupps von je mindestens 2 relativ fitten Personen losgeschickt werden. Alternativ dazu, kann Regenwasser aufgefangen oder Schnee eingeschmolzen werden. Auch Früchte enthalten viel Wasser. Eventuell hast Du auch im Wrack bereits etwas Brauchbares gefunden.   

Nahrung ist sekundär und kann nebenbei organisiert werden. Auch fasten oder einfach kleinste Mengen Nahrung reichen zum Überleben der kurzen Zeit mehr als aus, sodass das Thema Ernährung hier hauptsächlich als psychologische Komponente ins Gewicht fallen könnte. Die Rettung nach Flugzeugabstürzen dauert selten mehrere Tage.

Szenario 3 – Notwasserung

Landet ein Passagierflugzeug im Wasser not, blasen sich meist automatisch diverse Schwimmvorrichtungen bzw. Rettungsinseln an den Tragflächen auf, die das Flugzeug vor dem Versinken bewahren sollen. Andere Fluggeräte verfügen meist nicht über derartige Mechanismen, dafür sind aber Schwimmwesten und Sauerstoffaggregate oft Teil der Standardausrüstung.

Betätige die Automatik, für das Aufblasen Deiner Schwimmweste nicht bevor Du im Wasser bzw. in einem eventuell vorhandenen Rettungsboot bist. Die Weste kann sonst eine Behinderung beim Verlassen des Flugzeugs werden. Entsprechend der Gefahrenlage und der Möglichkeiten, solltest Du versuchen wichtige Ausrüstung und Gegenstände mit ins Boot zu nehmen, verschwende daran aber nicht zu viel Zeit.

In manchen Fällen kann wieder das Flugzeug selbst als Schutz vor der Kälte des Wassers und der übrigen Witterung fungieren, bis Rettung eintrifft.

Im Wasser ist es immer am sichersten in einem Boot. Unterkühlung ist im Wasser eine reale Gefahr, die innerhalb weniger Minuten den Tod bedeuten kann. Am besten hält man sich immer aus dem Wasser raus. Falls Du kein Boot hast, versuche Treibholz, Wrackteile oder auch einen Koffer zu greifen. Das gibt Dir zusätzlichen Auftrieb. Gerade für Nichtschwimmer kann dies die letztendliche Rettung sein. Sofern möglich, versuche bestenfalls an Land zu kommen bzw. zu schwimmen. Dort verfährst Du dann im Endeffekt zunächst wie oben beschrieben bis Rettung eintrifft. Natürlich ist dann Trockenheit bzw. Wärme in der Prioritätsskala weiter oben einzustufen! Wenn der Versuch Land zu erreichen aussichtslos scheint, musst Du ausharren. Ich rate Dir, kämpfe nicht gegen die Wellen an, damit Du nicht Deine ganze Kraft daran verlierst, die Du vielleicht zum Schwimmen brauchen kannst, sobald es sich lohnt.

Gegen die Kälte des Wassers schützt in begrenztem Maße eine Kauerstellung. Halte Deine Gliedmaßen eng am Körper, die Beine angezogen. Das zögert das Auskühlen ein paar Minuten heraus. Alternativ versuche eine größere Schwimmende Fläche zu erreichen, die Dich eventuell tragen kann (Wrackteile?).

Ausblick

Flugzeugabstürze zählen sicher zu den dramatischsten Szenarien auf die man sich am schlechtesten vorbereiten kann. Ein Absturz kann zu jeder Zeit und überall auf der Welt stattfinden. Selbst wenn die Überlebenschancen gering sind, zeigen die Statistiken auch, dass Abstürze höchst selten sind. Flugzeuge gelten immernoch als sehr sichere Verkehrsmittel. Aber wenn man die A-(bsturz-)Karte gezogen hat, dann hilft einem die Statistik auch nichts mehr. Hast Du eine Notlandung oder gar einen Absturz erst einmal überlebt, wirst Du Dein ganzes Survivalwissen anwenden müssen, um die Situation endgültig zu meistern. Zudem braucht man einen richtig guten Schutzengel und jede Menge Glück! Wenn Du oft mit dem Flugzeug reisen oder in abgelegene oder gefährliche Gebiete fliegen willst, dann bereite Dich mental vor. Stell Dir eine taktisch kluge Ausrüstung für Deine Reise zusammen, die neben einem Survival-Kit auch mindestens ein effektives Kommunikationsmittel für Notfälle enthält. Es gibt bruchsichere Outdoor-Boxen, die z.B. ein Smartphone oder Funkgerät beherbergen können. Es ist wichtig, dass Menschen sich Gedanken darum machen, wie Probleme und Unfälle im Flugverkehr vermieden und gemeistert werden können.

Bis dahin sorge selbst vor!

*Letzte Aktualisierung am 4.06.2020 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API Haftungsausschluss: Die Preise werden autmatisch durch Amazon aktualisiert, wir können daher keine Gewähr für die Aktualität der einzelnen Preise übernehmen.