Fluchtrucksack schon gepackt?

Fluchtrucksäcke konzipieren leicht gemacht:

Mich erreichen sehr oft Anfragen zum Thema Fluchtrucksäcke bzw. “Bug-Out-Bags”. Das ist verständlich, da ein Flucht-Szenario im Rahmen einer ganzheitlichen Krisenvorsorge eine bedeutende Rolle spielt. Die Vorbereitung auf den “Bug-Out” ist genauso grundlegend wie jene auf den “Bug-In”. Mehr Survivalwissen für Bug-Out-Fälle findest Du übrigens in meinem Buch:

„Outdoor-Survival | Mission: Überleben in der Wildnis“.

Am häufigsten begegnet mir die Frage danach, was in so einen Rucksack reingehört. Im Detail ist das manchmal gar nicht so einfach zu sagen, da z.B. die situativen Anforderungen, die individuellen Bedürfnisse, der Stand des Survivalwissens und diverse Fähigkeiten, individuelle Faktoren sind, die jeder selbst am besten einschätzen kann. Ergänzt werden diese Punkte dann von der entsprechenden Ausrüstung. Im folgenden Artikel geht es darum, Dir zu zeigen, welche Punkte Du bei der Erstellung Deines “Bug-Out-Bags” berücksichtigen solltest. Damit wirst Du selbst herausfinden können, welche spezielle Ausrüstung Du zusätzlich benötigst.

Wie wird ein Fluchtrucksack bzw. “Bug-Out-Bag” (B.O.B) nun sinnvoll strukturiert? Was muss unbedingt drin sein?

Fluchtrucksack schon gepackt?

Welche Faktoren musst Du bei der Entwicklung Deines Fluchtrucksack-Systems beachten?

Ein guter Fluchtrucksack sollte Dir alles Nötige zum Überleben einer Krisensituation bereitstellen können. Darüber hinaus sollten die enthaltenen Gegenstände dabei helfen, Einsätze von mind. 72 h Dauer damit sicher zu überstehen.

Hier findest Du zwei Beispiele für fertig gepackte Fluchtrucksäcke:

 

Die folgende Auflistung weiterer hilfreicher und wichtiger Aspekte, die es bei der Planung zu beachten gilt, ist nicht hierarchisch zu verstehen, alle Punkte sind vielmehr als gleichwertig zu betrachteten:

1) Werkzeuge

Das wichtigste Werkzeug ist wahrscheinlich für Viele ein gutes “Überlebens- bzw. Einsatzmesser” (siehe wichtige Kriterien für ein Survivalmesser). Damit kannst Du in der Natur fast alles herstellen und unterschiedliches Material verarbeiten, Jagdwaffen bauen oder Dich notfalls verteidigen. Du kannst mehrere Messer einkalkulieren. Mit einem zweiten Messer (vielleicht ein kompakteres Taschenmesser?), kann das eine als Ersatzmesser im Rucksack bleiben und das andere als stets griffbereites Einsatzmesser fungieren. Wenn Du kein zweites Messer einplanen willst, dann trage Dein Überlebensmesser wie ein Heiligtum eng und griffbereit an Deinem Körper und nicht im Fluchtrucksack.

Ziehen Sie Multitools in Erwägung (*klassische Taschenmesser-Multitools, *Survival-Cards, *Imbus-, *Sternschraubenschlüssel sowie ein * Schraubendreher-Set, ein * Dietrichset/ eine *Lock-Picking-Gun).

Sie könnten auch einen Feuerstarter, einen Klappspaten, eine Axt oder ein *Brecheisen benötigen. Ihren realen Bedarf an Werkzeugen können Sie am Ende nur selbst abschätzen.

2) Schutz (vor der Witterung)

In den meisten Klimazonen ist ein effektiver Schutz vor der Witterung unerlässlich. Sehr kompakte Lösung könnte ein *Survival-Bag” sein, ein Ganzkörpersack ähnlich einem *Schlafsack (geeignet zum Verbinden von zwei Schlafsäcken, für das Überleben zu zweit!). Auch beliebt ist die Verwendung einer faltbaren wasserdichten Zeltplane. Das Gerüst oder die Befestigungsmöglichkeiten muss man dann vor Ort selbst improvisieren. Dafür hat man ein mobiles wasserdichtes Zelt (wahlweise mit Tarnmuster). Eine *Rettungsdecke kann ebenfalls helfen und platzsparend untergebracht werden.

3) Feuer

Du brauchst immer ein Hilfsmittel mit dem Du in jeder Lage und zu jeder Zeit effizient ein Feuer entfachen kannst. Ein *Feuerstarter ist eines der beliebtesten Tools zum Feuer machen und eine tolle Erfindung, die einen nie im Stich lässt. Auch *richtige Streichhölzer (also keine Sicherheitsstreichhölzer, sondern sogenannte Überallzünder) und *Feuerzeuge sind bewährte Optionen, die man nur empfehlen kann.

4) Wasser:

Zwecks der Versorgung mit frischem Trinkwasser benötigst Du z.B. einen mobilen Wasser-Filter für draußen, der den Anforderungen der Wirklichkeit gewachsen ist. Alternativ oder dazu, können Sie Wasserreinigungstabletten gebrauchen. Außerdem brauchen Sie ein *Trinkgefäß, das Ihnen auch hilft überhaupt Wasser zu transportieren. Bestenfalls ist es aus Edelstahl, Titan, sonst eben aus Eisen oder Aluminium.

5) Erste Hilfe

Ein Erste-Hilfe-Set und genaue Kenntnisse des Inhalts sowie von dessen richtiger Anwendung, ist überaus wichtig und entscheidet im Ernstfall über Leben und Tod.

6) Beleuchtung

Nutze Taschenlampen, vorzugsweise mit *Kurbel-/Dynamo- oder * Solarladefunktion. Auch eine moderne (ggf. taktische-) LED-Taschenlampe ist bestens geeignet. Du solltest zur optischen Tarnung Deines Lagers bei Nacht, das Licht mit improvisierten Aufsätzen (z.B. PET-Flaschendeckel) dimmen oder das Licht natürlich aus lassen.

Auch Knicklichter und Kerzen sind eine Idee, wenn ein kleines Feuer keine Option ist.

7) Kommunikation

*Mobiltelefon und Solarladegeräte sind eine kompakte Lösung. Allerdings gibt es keine Garantie dafür, dass Handys im Notfall wirklich funktionieren.

Entwickele Deine Kenntnisse in der Verwendung von international anerkannten Notzeichen und Code-Sprachen. Beherberge z.B. eine Checkliste für das Morse-Alphabet und dessen korrekte Anwendung. (*Morse Decoder und *Das Handbuch für das Morse-Alphabet)

Wenn Dein Fluchtrucksack es zulässt könntest Du ein kleines *Kurbelradio mitnehmen. Funkgeräte und Sattelitentelefone sind in der Regel zu sperrig. Eine Leuchtpistole oder *Rauchgranaten hingegen, sind gute Mittel, um auf sich aufmerksam zu machen. Für eine Signalpfeife ist auch immer Platz.

8) Essen/ Kochsystem:

Natürlich brauchst Du unterwegs eine Art der Verpflegung, die unkompliziert, effizient und kompakt ist. Energieriegel oder gleich *NRG-5 Riegel sind eine bewährte Wahl. Ebenfalls zu empfehlen: *Gute Fertiggerichte aus der Tüte (= 6x Frühstück und 6x Hauptspeise zu einem sehr passablen Preis), die einfach aufzubereiten sind. Außerdem sind Vollmilch- und Volleipulver gute Nahrungsmittel für unterwegs. Auch Vollkorngetreide (im ganzen Korn oder als Mehl), wie Reis, Hafer, Dinkel, Weizen oder Roggen, sind recht kompakt, haben viel Energie und einen hohen Nährwert. *Salz und Pfeffer (bei Amazon gesehen: *wasserdichte Gewürzdose mit 3 Fächern) sind zu empfehlen, denn Gewürze sind in der Natur oft rar und mit ihrer Hilfe kannst Du auch schwerer genießbare Dinge leichter verzehren.

Eventuell hast Du genug Platz in Deinem Fluchtsrucksack für einen *kompakten Gaskocher passend zu Deinem *Kochgefäß. Ein 500ml Metallbecher oder ein einfaches *militärisches Geschirrset reichen dafür in der Regel völlig aus.

Mit einer *Gaskartusche kann man mit manchen Modellen bis zu 3 Wochen täglich 1-2 Mahlzeiten zubereiten.

9) Hygiene

Eine Zahnbürste, gute *Zahnpasta (z.B. *Ajona von Dr. Liebe, klein, praktisch, gut), ein Stück *Bio-Seife, zwei Einweg-Rasierer oder besser ein *Rasiermesser (könnte nützlich sein), ein *Handspiegel (*Signalspiegel), sowie ein Nagelknipser und eine Feile (*Nagelset Qualität aus der Messerstadt Solingen!) gehören vermutlich zur Standardausstattung und sollten nicht fehlen.

10) Selbstverteidigung

Neben Deinen eigenen Fähigkeiten Dich selbst zu verteidigen, kann eine Verteidigungswaffe Dir eine zusätzliche und damit entscheidende Schutzwirkung verleihen. Beispiele für taugliche und legale Selbstverteidigungswaffen gibt es hier.

Es ist wichtig immer etwas dabei zu haben, das Dir im Ernstfall helfen kann, einen körperlichen Angriff auf Dich oder deine Verbündeten erfolgreich abzuwehren.

Bevor wir es vergessen…

Es gibt einige Dinge, die Du vielleicht zusätzlich gebrauchen könntest. Ich kann auch nicht wirklich empfehlen, sich einzig und allein auf einen Ausrüstungssatz zu verlassen, der einen quasi abhängig von einem Rucksack macht. Meiner Ansicht nach, bedarf es zusätzlicher Optionen und Backup-Tools (z.B. eines guten Taschenmesser), um wirklich auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein. Worauf es ankommt ist, unter keinen Umständen ohne brauchbare Ausrüstung da zu stehen.

Daher rate ich Dir wärmstens dazu, ein Mini-Survival-Kit zu erstellen, das in kompakter Weise alles Notwendige enthält. So kannst Du allein mit diesem Set Dein Überleben sichern. Das Set ist also quasi ein Miniaturformat Deines großen Überlebenssystems und sollte Platz in Deiner Jacken oder Hosentasche finden können. Es ist vor allem als Versicherung gedacht, falls Dir die übrige Ausrüstung abhandenkommt.

Außerdem interessant…

  • Optimale Kleidung und perfektes Schuhwerk. Beides sollte Ihren realen Bedürfnissen und den zu erwartenden Bedingungen möglicher Ernstfälle gewachsen sein.
  • Ein Baby-Survival-Kit: Selbstsagend. Alle Eltern, Großeltern und Geschwister von Babys und Kleinkindern brauchen gewisses Zubehör zusätzlich! Hier lesen.

 

Wenn Du nun Deinen eigenen Überlebensrucksack zusammenstellen willst, brauchst Du natürlich vor allem erst einmal einen geeigneten Rucksack!

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